Die Straßenlichter

Ich ging eines Abends eine Straße entlang, als eine Stimme meinen Namen rief. Ich drehte mich nach rechts und sah einen Engel, der Mitte dreißig zu sein schien und an einer Straßenlaterne lehnte. Sein zotteliges silbernes Haar vibrierte in einer Art Licht wie eine Taschenlampe. Er hatte zwei Piercings in beiden Ohren und auch einen Nasenring. Seine Schultern waren mit Tätowierungen von Wesen und Worten in einer Engelssprache verziert, die ich nicht verstehen konnte. Als ich seine Gestalt betrachtete, wurden seine Flügel sichtbar, die die Farbe einer Sonnenfinsternis hatten. Er trug ein schwarzes Tank-Top und eine blaue Jeans mit einem Ledergürtel um die Taille. Schuhe trug er allerdings nicht.

Er verschränkte die Arme und sah mich an. Er sagte entschlossen: „Draußen wird es dunkel. Weißt du, wie du nach Hause kommst?“ Seine dunkelbraunen Augen blickten mich aufmerksam an.

„Ja. Das tue ich. Ich kann meinen Weg nach Hause finden.“

Der Engel lächelte sanft, dann senkte er den Kopf. „Es wird bald dunkel, Micah. Kennst du deinen Weg nach Hause?“ Die Stimme des Engels veränderte sich und betonte seine Frage.

Ich antwortete: „Was ist mein Heimweg, Sir?“

Der Engel trat mit dem Absatz gegen die Straßenlaterne und schaltete die andere Straßenlaterne am Ende der Straße ein. Ich bemerkte, dass an jeder Straßenlaterne ein Engel angebracht war.

Die Augen des Engels gestikulierten und ich schaute den Weg hinunter. Ich sah den schönsten Mann, den ich je gesehen hatte. Jesus wartete auf mich am Ende der Straße. Seine Stimme, die mich rief, ließ mein Herz für Ihn brennen.

„Er ist dein Weg nach Hause, Micah. Die Dunkelheit kommt, aber es gibt ein größeres Licht. Er ist dein Weg nach Hause. Folge immer dem Licht, das Sein Wort ist, nach Hause. Mit Ihm bist du nie verloren. Verstehst du?“

Ich wandte mich an den Engel: „Ich liebe Ihn.“

Er lachte aus vollem Herzen, „Ja, ich weiß. Geh weiter.“

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